Laubwaldhumus

Laubwaldhumus stellt wohl das am meisten genutzte Substrat in der Haltung und Zucht von Wirbellosen dar.

Als Laubwaldhumus versteht sich die Schicht am Waldboden zwischen den zuletzt gefallenen und daher noch nicht zersetzten Blättern und dem erdigen Waldboden. Diese Zwischenschicht stellt das optimale Substrat für viele Rosenkäfer wie auch Tausendfüßer, Schnecken und Asseln dar.

 

Laubwaldhumus besteht größten Teils aus gefallenen Blättern und kleinen Astwerk der ansässigen Bäume, die vornehmlich aus Buchen und Eichen bestehen sollten. Diese Schicht konnte bei gleichmäßigem Klima auf natürlichem Wege verrotten und sich zersetzen.
Im Wald sind dafür Bakterien wie auch Pilze zuständig und das Endprodukt wäre nach langer Zeit wieder eine neue Schicht Mutterboden. In den meisten Wäldern beträgt die Humus Schicht 5 bis 15 cm, sie kann aber auch deutlich dünner ausfallen.

Das gesammelte Material sollte keine Fremdkörper wie Steine oder Kunststoff enthalten, da sie den, damit zu versorgenden Tieren schaden könnten. Auch gehören auf keinen Fall Teile von Nadelbäumen in das Substrat, da das enthaltene Harz und die Ätherischen Öle, giftig für viele Wirbellose sein können.
Nach einer Überprüfung auf Fremdkörper und auf unerwünschte blinde Passagiere, z.B. heimische Käfer, Spinnen und Hundertfüßer erfolgt der nächste Schritt.

Das gesammelte Material wird in eine homogene Mischung gebracht um es verwenden zu können. Dies geschieht in einem großen Häcksler der das Substrat zerkleinert.
Wir verzichten auf eine Behandlung im Tiefkühler wie auch andere Methoden, da wir davon überzeugt sind dadurch das natürlich Gefüge zu zerstören. Ein aus dem Gleichgewicht gekommenes Substrat ist meist die Ursache für ein hohes Milbenaufkommen oder andere Negativfaktoren.

Laubwaldhumus bedarf, sofern der Rohstoff eine hohe Qualität besitzt, keine besondere Aufmerksamkeit. Einzig die für die jeweilige Art erforderliche Substratfeuchtigkeit sollte gegebenenfalls durch anfeuchten angepasst werden. Laubwaldhumus wird vorwiegend für Rosenkäfer verwendet.
Kleinere bis mittlere Arten können auf reinen Laubwaldhumus gehalten werden. Für größere Arten wird dem Humus ein Anteil von 20-30% Weißfaulen Holz beigemischt um den Bedürfnissen nachzukommen.

Aber auch Tausendfüßer und Schnecken sowie Asseln und andere Wirbellose werden auf Laubwaldhumus gehalten und vermehrt. In jedem Fall sollte bei diesen Wirbellosen immer daran gedacht werden eine Calciumquelle einzubringen.
Ein Substratwechsel sollte erfolgen wenn zu viele Kotpillen ersichtlich sind oder das Substrat versandet bzw. versumpft. Dies geschieht sehr häufig bei Tausendfüßern und Schnecken.

Übrigens: Ein für Grundstückseigentümer sowie Hobbygärtner überaus erfreulicher Nebeneffekt ist der Erhalt von Dünger in Form von verbrauchtem Substrat, dass dazu auch eine Bodenverbesserung bewirkt.

Dieses Substrat ist geeignet für folgende Arten:

  • Chlorocala
  • Cyprolais
  • Dicronorhina
  • Eudicella
  • Mecynorrhina
  • Pachnoda
  • sowie div. Tausendfüßer und andere Wirbellose