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Kinshi




 

Kinshi ist ein bioaktiver Bodengrund für Hirschkäferlarven aber auch für andere Wirbellose wie etwa bestimmte Tausendfüßer, Saftkugler und Asseln. Bioaktiv deswegen, da es sich um ein lebendes Substrat mit dem intakten Mycel eines Weißfäule Pilzes handelt. Daher besitzt dieses Substrat spezielle Ansprüche: 

Der Ursprung dieses speziellen Substrates liegt in Japan und findet dort eine überaus große und fest etablierte Verwendung in der Hirschkäferhaltung. Die Grundidee hinter Kinshi ist, dass eine Hirschkäferlarve sich in der Natur sehr oft in sogenanntem Weißfaulen Holz aufhält und dort ihre drei Larvenstadien durchläuft.
Mit Kinshi wird dieses natürliche Umfeld perfekt nachgeahmt und bietet der Larve somit alle Voraussetzungen um die Metamorphose zu einem großen Käfer zu meistern.

Kinshi besteht aus fein gehäckselten  Buchen sowie Eichenholz und wird nach einer aufwendigen Sterilisation, unter Reinraumbedingungen mit einem Weißfäule Pilz beimpft. Dieser Pilz durchwächst das komplette Substrat und spaltet das Holz für die Larve auf um die Cellulose verwerten zu können.
Durch diesen künstlich nachgeahmten Prozess ist der Anteil an freier Cellulose sowie Pilzmycel um ein vielfaches höher als in der Natur oder bei normalem Weißfaulen Holz.
Der große Anteil an lebenden! Pilzmycel stellt für die Larve einen der Schlüsselfaktoren dar und versorgt die Larven zusätzlich mit dem notwendigen Proteinen, Eiweiß, Spurenelementen und Mineralien.

Kinshi sollte keinen höheren Temperaturen ausgesetzt werden um einen Zusammenbruch des Mycel zu vermeiden. Zu hohe Temperaturen wären aber auch für die Larven nicht zuträglich, da diese meist niedrigere Temperaturen bevorzugen. Bewährt hat sich hier ein Bereich zwischen 16°C und 22°C.
Kinshi wird meist in Bottles (Flaschen), Cubes (Boxen) oder auch als Bag (Beutel) angeboten. Letztere Variante ist nur zu empfehlen wenn eine Sterile Arbeitsumgebung für die Eigenabfüllung möglich ist. Die bevorzugte Variante vieler Halter und Züchter stellen aber Bottles wie auch Cubes dar.
Diese Kinshibehältnisse sind nach einer kurzen Akklimatisierungsphase, in der Sie auf die passende Temperatur sowie Feuchtigkeit gebracht werden, sofort einsatzbereit.

Die passende Feuchtigkeit lässt sich sehr einfach wie auch präzise regulieren. Durch leichtes öffnen oder abwischen des Kondenswassers vom Deckel stellt sich nach kurzer Zeit schnell und einfach die richtige Feuchtigkeit ein. Das eingeschlossene Wasser weist häufig eine gelbe Färbung durch das Mycel und dem Holz auf und ist völlig normal und unbedenklich.
Zu Feucht kann es in der Regel nur sein, wenn ein Substratwechsel einer älteren Larve ansteht und es wahrscheinlich nach kurzer Zeit zur Verpuppung kommen könnte.
In diesem Fall wäre es besser das Kinshi auf eine niedrigere Feuchtigkeit zu bringen um der Larve ein geeignetes Klima zum verpuppen zu bieten. Kleine Larven wie auch Larven die noch längere Zeit benötigen, können ohne große Feuchtigkeitsanpassung eingesetzt werden.

Die Larven sollten nicht einfach auf die Oberfläche gelegt werden, sondern es sollte ein kleines Loch geformt werden damit die Larve schnell und einfach den weg in das Substrat findet. Dies geschieht am einfachsten mit einem Messer oder Löffel aus Metall. Profizüchter verwenden dafür meist spezielles Zubehör aus dem Laborbedarf.
Dieser Löffel oder ähnliches sollte ausreichend desinfiziert werden, dies geschieht am einfachsten durch einreiben mit Spiritus oder Alkohol. Die Larve wird in das Loch gelegt und wieder leicht mit dem ausgehoben Substrat bedeckt. Sollen mehrere Larven eingesetzt werden, sollte für jede Larve ein eigenes Loch ausgehoben werden.

Die Larve wird sich nun wortwörtlich wie die Made im Speck verhalten und Fraß-Gänge anlegen sowie an Größe und Gewicht zulegen. Sollte es in der Zeit des Besatzes oder davor, zu einer Schimmelbildung kommen, können kleine Bereiche mit einem wie oben beschrieben Löffel entfernt werden.
Kommt es zu einer großflächigen Schimmelbesiedelung sollte das Kinshi nicht mehr verwendet und damit entsorgt werden.

 

                   


Je nach Art steht nach einiger Zeit ein Substratwechsel auf neues, frisches Kinshi an. Gewechselt werden sollte immer dann wenn von dem weißen Mycel nur noch 20 bis 30% sichtbar sind, dann ist das Substrat soweit verbraucht das die Larve keine geeignete Umgebung mehr vorfindet.
Die meisten Arten benötigen zwei bis drei Substratwechsel auf dem weg zum Käfer.
Sollen Größenrekorde gebrochen werden kann mehrmals ein Substratwechsel auf neues Kinshi erfolgen um der Larve stets das volle Optimum zu bieten.

 

 
 
Dieses Substrat ist besonders geeignet für folgende Hirschkäfer:
 
  • Aegus
  • Cyclommatus
  • Dorcus
  • Homoderus
  • Lamprima
  • Phalacrognathus
  • Prosopocoilus